Blasenschwäche belastet die Partnerschaft

Bonn, 31.01.12 Blasenschwäche kann eine Partnerschaft massiv belasten. Nicht nur gemeinsame Unternehmungen wie Theaterbesuche oder Reisen können einer Harninkontinenz zum Opfer fallen. Auch das Intimleben leidet.

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen in Deutschland haben Probleme mit der Blasenfunktion. Auch wenn das Risiko mit dem Alter steigt, so betrifft Harninkontinenz nahezu alle Altersgruppen. Insbesondere Frauen haben oftmals auch schon in jüngeren Jahren damit zu tun, etwa als Folge von Entbindungen. Viele von ihnen leiden sehr darunter: Sie fühlen sich unsauber, haben Angst unangenehm zu riechen und sorgen sich ständig um die Erreichbarkeit einer Toilette. Um peinliche Zwischenfälle zu vermeiden, bleiben sie am liebsten zu Hause und schränken dadurch nicht nur ihre eigenen Aktivitäten ein, sondern auch gemeinsame Unternehmungen mit der Familie.

„Häufig leidet auch die Sexualität“, bemerkt Professor Dr. Ingo Füsgen, Facharzt für innere Medizin am Elisabeth-Krankenhaus, Velbert. „Das stellt selbst eine stabile Partnerschaft auf eine Belastungsprobe.“ Viele Betroffene schämen sich sogar vor dem eigenen Partner und versuchen, ihre Probleme und Ängste zu verheimlichen. Besonders schwer haben es Menschen, die eine neue Beziehung eingehen möchten, sich aber nicht trauen, das Thema anzusprechen. „Um ein offenes Gespräch kommt niemand herum, der sich trotz Blasenschwäche eine harmonische Partnerschaft und ein ausgefülltes Sexualleben wünscht“, betont Füsgen. Mit ein paar einfachen Tipps und ein wenig Einfallsreichtum ist beides durchaus vereinbar: So sollten Betroffene möglichst auf harntreibende Getränke wie Kaffee, Tee oder Bier verzichten und sich angewöhnen, vor dem Intimverkehr noch einmal die Toilette aufzusuchen. Ein Handtuch oder eine Inkontinenz-Unterlage im Bett beruhigen für den Fall, dass doch ein paar Tropfen verloren gehen. Günstig sind außerdem Stellungen, bei denen der Druck auf die Blase gering ist. „Und falls es doch zum Abgang von Urin kommt, sollten die Betroffenen versuchen, es gelassen zu nehmen“, so Füsgen. Eines sollte jedoch bei all diesen Maßnahmen nicht zu kurz kommen: Eine Blasenschwäche ist stets ein Fall für den Arzt. Denn Vorsichtsmaßnahmen sind gut – eine zielgerichtete Therapie, die zur Linderung oder sogar zum Abklingen der Symptome führt, ist besser.

Weitere Tipps und Informationen enthält die Broschüre „Blasenschwäche bei Frauen“, kostenlos erhältlich beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.frauen-blasenschwaeche.de.

 

Quellen:

13. „Bamberger Gespräche“ 2009, „Harninkontinenz und Sexualität“ - Eine Einführung von Prof. Dr. med. Ingo Füsgen

Dr. Daniela Hayder, „Einfluss von Harninkontinenz auf Partnerschaft und Sexualität“, Präsentation im Rahmen der 3-Länderkonferenz Pflege- & Pflegewissenschaft 18.-20.9.2011

Reinke C, Journal für Urologie und Urogynäkologie 2004; 11 (4) (Ausgabe für Schweiz), 30-32