Zu welchem Arzt bei Blasenproblemen ?

Bonn, 28.01.14  Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine Blasenschwäche, zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Längst nicht alle begeben sich damit in ärztliche Behandlung – oft weil sie sich nicht trauen, das Problem anzusprechen. Außerdem wissen viele Betroffene nicht, an wen sie sich zuerst wenden sollen: Hausarzt? Frauenarzt? Urologe?

„Zunächst kommt es darauf an, überhaupt zum Arzt zu gehen“, erklärt Erhard Hackler, Vorstand des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz. „Denn in den meisten Fällen gibt es wirksame Hilfe gegen die Blasenschwäche. Eine ärztliche Diagnose ist der erste Schritt.“ Viele Patientinnen haben zu ihrem Hausarzt das größte Vertrauen; dann ist er der richtige Ansprechpartner. Wer selten krank ist, hat vielleicht einen besseren Draht zum Gynäkologen und kann sich auch zuerst an ihn wenden. Der Urologe kommt meistens dann ins Spiel, wenn eingehendere Untersuchungen notwendig sind. Idealerweise arbeiten alle beteiligten Ärzte eng zusammen.

Wer macht was?

Das erste Diagnosegespräch führt in der Regel der Hausarzt, denn es gilt, einige grundsätzliche Fragen zu klären, wie etwa: Seit wann bestehen die Probleme? Wie häufig müssen Sie zur Toilette? Welche Medikamente nehmen Sie ein? Günstig ist es, sich bereits zu Hause auf solche Fragen vorzubereiten. Meist folgt dann eine allgemeine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Bauchraum und die Nierengegend abtastet. Durch eine Urinuntersuchung kann festgestellt werden, ob sich Bakterien in den Harnwegen befinden, die eine Entzündung oder Reizung der Blase verursachen. Patientinnen, bei denen der Verdacht auf einen Hormonmangel oder eine Gebärmuttersenkung besteht, werden an den Gynäkologen überwiesen. Für weitergehende Untersuchungen wie zum Beispiel Messungen des Harnflusses oder des Blasendrucks ist der Urologe zuständig. „Alle Puzzlesteine zusammen ergeben fast immer ein sehr genaues Bild über die Ursachen der Blasenschwäche und ebnen den Weg für ein individuelles Behandlungskonzept“, erklärt Hackler.

Weiterführende Informationen zu Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Formen der weiblichen Blasenschwäche enthält die Broschüre „Blasenschwäche bei Frauen“, kostenlos erhältlich beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV). Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.frauen-blasenschwaeche.de. Zur Vorbereitung auf den Arztbesuch kann von der Internetseite unter dem Menüpunkt „Untersuchungen“ ein Trink- und Harnmengenprotokoll (Miktionsprotokoll) heruntergeladen werden.