Mit Reizblase zum Arzt

Wenn die Blase dauernd drückt und schmerzt

Bonn, 27.01.11 Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Reizblase: Fast ständig verspüren sie einen quälenden Harndrang, doch auf der Toilette kommen nur ein paar Tropfen und der Druck lässt kaum nach. Die Reizblase ähnelt in ihren Symptomen einer Blasenentzündung, muss aber anders behandelt werden. Ein Arztbesuch ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Reizblase, auch überaktive Blase genannt, betrifft zumeist Frauen. Bei dieser Form der Blasenschwäche geht nur selten ungewollt Urin verloren. Dennoch ist der Leidensdruck hoch, denn der Harndrang ist ein beinahe ständiger Begleiter und kann die Betroffenen massiv verunsichern. Oftmals treten zusätzlich krampfartige Schmerzen im Unterleib auf. Die Reizblase ähnelt in ihren Symptomen einer Blasenentzündung. Während bei dieser in der Regel Keime im Harntrakt nachweisbar sind, die mit Antibiotika bekämpft werden können, sind die Ursachen der Reizblase häufig nur schwer auszumachen. Dennoch kann sie in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. „Für eine sichere und wirksame Therapie, aber auch um die seltene Möglichkeit einer ernsten Ursache auszuschließen, sollte bei Reizblase ein Arzt aufgesucht werden“, rät Erhard Hackler, Vorstand des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz in Bonn.

Vielfältige Ursachen

Die Palette der möglichen Ursachen einer Reizblase ist breit: Lokale Reizungen, Unterkühlung oder Blasensteine können ebenso verantwortlich sein wie seelischer Stress. Auch Schwankungen im Hormonhaushalt oder eine Gebärmuttersenkung können eine Reizblase verursachen. Nur selten steckt etwas sehr Ernstes dahinter, wie etwa eine neurologische Erkrankung oder Krebs. In jedem Fall kommt es zu einer andauernden Verspannung der Blasenmuskulatur, die fälschlicherweise das Signal für einen starken Harndrang meldet, auch wenn die Blase fast leer ist. Ziel der Behandlung ist es daher, den Blasenmuskel zu entspannen und das Gespür für den Füllstand der Blase wiederherzustellen. Zumeist werden verschiedene Behandlungsformen kombiniert. Medikamente zur Entkrampfung der Blasenmuskulatur, Entspannungstechniken und ein Blasentraining führen fast immer zum Erfolg. Liegt ein Zusammenhang mit seelischen Problemen nahe, kann auch eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll sein.

Nähere Informationen enthält die Broschüre „Blasenschwäche bei Frauen“, die kostenlos beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV) angefordert werden kann. Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.frauen-blasenschwaeche.de